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Ankünpfungspunkte: Mainzer Orchester spielt für Flüchtlinge

Das Philharmonische Staatsorchester lodert förmlich auf  – unter und mit der Musik von Kinan Azmeh. Der in Damaskus geborene und in New York lebende Klarinettist spielt die Soloklarinette in seiner „Suite for Imporvisor and Orchestra“. Es sind intensive, üppig geladene orientalische Klanggebilde, die sich aus seiner Klarinette schlängeln. Streicher und Bläser pulsieren wie von der Wucht des Klanges in die Atemlosigkeit gedrängte Körper. Das Publikum ist elektrisiert, nach dem letzten Ton reißt es aus allen Sitzen. Nicht wenige der Zuhörer haben das Kleine Haus des Staatstheaters am Donnerstagnachmittag zum ersten Mal betreten. Hier erleben sie vielleicht gerade zum ersten Mal im Leben die unmittelbare Wirkung von Musik im Konzertsaal. Sie kommen aus Syrien, Eritrea oder Somalia. Haben Flucht und Vertreibung erlebt. Müssen sich abseits der eigenen Kultur zurechtfinden und orientieren. Den nummerierten Sitzplatz in einem Konzertsaal finden ist da noch das wenigste. Kinan Azmeh, der für „Anknüpfungspunkte“, das von den Musikern des Staatsorchesters organisierte Begegnungskonzert für Flüchtlinge, extra aus New York angereist ist und wie die Orchestermusiker und Generalmusikdirektor Hermann Bäumer auf seine Gage verzichtet hat, reicht den Menschen im …