Alle Artikel mit dem Schlagwort: Staatstheater Mainz

Deportation Cast: „Warum sind wir hier?“

Abgeschoben, weil die Zeit der offiziellen Duldung ausgelaufen ist. Das erlebt die junge Elvira, die als Mitglied der verfolgten Minderheit der Roma Ende der 1990er Jahr vor den Schrecken des Krieges und der Diskriminierung mit ihrer Familie aus dem Kosovo nach Deutschland floh und jetzt zurück geschickt wird. Abgeschoben aus einem Alltag mit Schule, Freunden und Sicherheiten, zurück in Armut und Diskriminierung. Von einem Tag auf den nächsten. Wer ist Schuld? Wer hat versäumt? „Deportation Cast“ von Björn Bicker ist ein Theaterstück für junge Menschen ab 14 Jahren. „In Zeiten in denen Heime brennen, hat das Stück große Aktualität“, sagt Regisseurin Brit Bartkowiak. Die Inszenierung, die ab Sonntag im Glashaus des Mainzer Staatstheaters zu sehen sein wird, hat sie aus Oldenburg mitgebracht. Dort war das 2012 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnete Stück während der Intendanz von Markus Müller zu sehen. Für Mainz mussten zwei der vier Rollen neu besetzt werden. Neu ist auch die Raumgestaltung. Die Stadt Mainz, in der sich die Menschen unter einem Himmel vermischen in dem sich die Flugzeuge kreuzen, ist Teil …

Michael Pietsch: Schauspieler und Puppenbauer

Freundlich winkend stakst Adalbertchen über die Bühne im Kleinen Haus des Mainzer Staatstheaters. Knapp fünf Meter über ihm bewegt sich eine fahrbare Brücke quer zum Raum hin und her. Ihr Tempo bestimmt Adalbertchens Laufschritt. Über Wohl und Wehe des Buben bestimmen Michael Pietsch, Schauspieler und seit dieser Spielzeit festes Ensemblemitglied am Staatstheater, ein kompliziert verstrebtes Spielkreuz das Pietsch in der rechten Hand hält und 16 knapp sechs Meter lange Fäden. Noch anderthalb Stunden bis sich der Vorhang für Gerhart Hauptmanns Milieudrama „Die Ratten“ hebt. Insgesamt 15 Puppen hat Pietsch unterstützt von den künstlerischen Abteilungen für die Produktion angefertigt. Adalbertchen, das tote Kind, wird gerade für die Vorstellung eingerichtet. Michael Pietsch ist Schauspieler und wollte, so lange er sich erinnern kann auch nichts anderes sein. Puppenspiel und Puppenbau sind seine zweite Passion. Mit drei Jahren Kasperlefiguren unter dem Weihnachtsbaum, erste Versuche als Puppenbauer mit fünf und mit zehn die erste selbst geschnitzte Holzmarionette. Die dritte Konstante in Pietschs Schauspielerleben ist die Freundschaft zu Regisseur Jan-Christoph Gockel, die noch aus Teenagertagen als Statist am Kaiserslauterner Pfalztheater rührt. …

Solistisches Können im Elbenwald

23.04.2012 – MAINZ Von Michaela Paefgen-Lass STAATSORCHESTER Drittes „Konzert für junge Leute“ präsentiert Blasmusik einmal anders Zwei Pappkarten mit durchnummerierten senkrechten Strichen reichen Generalmusikdirektor Hermann Bäumer, um den Grundgedanken der „Minimal Music“ zu erklären. Die beiden Karten, um einen Strich verschoben untereinander gehalten: Zwei junge Musiker, die ein kurzes musikalisches Muster um einen Ton verschoben gleichzeitig intonieren. Schon ist die „harmonische Rückung“ erklärt, die Tür zum Verständnis von John Adams „Short Ride in a Fast Machine“ geöffnet. „Das große Geheimnis der Minimal Music ist eigentlich ganz simpel“, enthüllt Bäumer beim 3. Konzert für junge Leute am Samstagabend im Großen Haus des Mainzer Staatstheaters. Anspruchsvolles Programm für die jugendlichen Zuhörer Unter der Überschrift „Symphonic Brass“ hatte sich das Philharmonische Staatsorchester Mainz mit dem Jugendblasorchester Rheinland-Pfalz herausragenden musikalischen Nachwuchs mit auf die Bühne geholt. Auf dem Programm standen Kompositionen des 20. Jahrhunderts. Ein gleichermaßen anspruchsvolles Programm für die überwiegend jugendlichen Zuhörer wie Musiker. „Das ist Kunstmusik, da muss man sich reinhören“, ermunterte Hermann Bäumer, der das Orchester mit leichter Hand führte und durch das gut zweistündige Konzert …