Alle Artikel mit dem Schlagwort: Lesenswert

Feridun Zaimoglu über die Bücher seines Lebens

Wer weit reisen will, aber nicht fliegen kann, sitzt viel in der Bahn. Wer Bücher schreibt aber keinen Computer will, muss auf unbequemeren Tasten tippen. Beide Entscheidungen rauben Zeit – oder schenken sie, je nach Sichtweise. Der neue Mainzer Stadtschreiber Feridun Zaimoglu hat sich für die jeweils ruhigere Gangart entschieden. Und das scheint ihm genau die Räume zu lassen, die er benötigt um sich ganz der Sprache hinzugeben und ihren Wert zu verfechten. Viel Bemerkenswertes über den Autor und sein Verhältnis zur Kraft des gedruckten Wortes, durfte das Publikum am Mittwochabend im KUZ bei der Aufzeichnung der SWR-Sendung „lesenswert“ erfahren. Zaimoglu, der sein Amt in der vergangenen Woche angetreten hat, brauchte von seiner Stadtschreiberwohnung nur einen kurzen Fußmarsch entlang des Rheines zurück zu legen. „Mainz“, so verriet er im lockeren Plausch beim Soundcheck Moderatorin Felicitas von Lovenberg, „ist wirklich gut“. Und er sammelt Gartenzwerge, „die grimmigen, nicht die mit den freundlichen Gesichtern“. Drei Bücher, die sein Leben prägten hatte Feridun Zaimoglu mitgebracht. Aus allen strotzt die Kraft der Sprache. Und so wie Zaimoglu die Literatur, die …

Optimistischer Arbeitsminimalist

Als Romanfigur von Wolf Haas hat man es nicht leicht. Weil nichts verlässlich ist. Reicht es ihm nicht, dass Privatdetektiv Simon Brenner innerhalb von drei Serienbänden aus dem beschaulichen Bergdorf heraus in die Großstadt Stadt Wien verpflanzt wurde. Und nicht außerdem, dass diesem schon zweimal innerhalb von zwanzig Jahren und sieben Bänden der Ruhestand versprochen wurde. Muss er jetzt noch in James-Bond-Manier mit dem Motorrad durch die Mongolei geschickt werden? Ja, das mache ihm schon moralische Probleme, wie er mit dem Brenner umgehe, gesteht dessen Erschaffer. Immerhin. Mit „Brennerova“, dem jüngsten Band der Krimi-Serie um den eigenwilligen Privatdetektiv ist der in Wien lebende Autor Wolf Haas derzeit auf Lesetour. Am Donnerstagabend sprach er bei der Aufzeichnung für die SWR-Sendung „lesenswert“ im KUZ mit Moderator Denis Scheck über die schriftstellerische Pflege minimalster Leistungsanforderungen und wie daraus hochgelobte Spitzenkrimis entstehen. „Ich kann eigentlich nur sehr schlecht viel lesen“, gestand Haas. Denis Scheck, der zu den gepfeffertsten und wortwendigsten Literaturkritikern Deutschlands zählt, feierte in der Sendung als Nachfolger von Thea Dorn seine Premiere. „Ihre Romane sind Sprachkurs und ganz große …